Inhalt
Geschichte
Die Anfänge des malerischen Schlosses Březnice reichen tief in die vergangenheit zurück. Seine Entstehung ist mit einem der ältesten tschechischen Geschlechtes – von Buzic verbunden, das seine Herkunft vom sagenhaften Bivoj herleitete, von diesem Geschlecht ist vor der Hälfte des 13. Jhs Budislav, Ratgeber des Königs Wenzels I. belegt. Die ursprüngliche gotische Festung bestand aus einer Umfassungsmauer, einem zweistöckigen Wohnpalast und einem einstöckigen Gebäude, in Resten ist sie bisher in der Mauer des Renaissanceschlosses erhalten. Die Runddisposition des Objektes wurde von allen Baumeistern respektiert. Das Schloss Březnice mit dem Renaissancegarten, der an einer Seitemit Bastionen und an der anderen mit englischem park umgegeben ist, schafft eine natürliche Dominante der Stadt.
Ein der ersten bedeutenden Inhaber und Baumeister von Březnice war im 15. Jh. der Obermünzmeister Petr Zmrzlík von Svojšín, Hussitenhauptmann und Freund Meisters Jan Hus. Der hatte die Březnice-Burg umgebaut, Březnice war jedoch in der Zeit der Hussitenkriege von Truppen der katholischen Herren belagert und eingenommen. Die beschädigte Festung Březnice ist einstweilen unbewohnt geblieben. Im Jahre 1506 erwarben die Herren Malovec von Chýnov und an Vimperk das teilweise berichtigte Objekt, mit wesentlichen Eingriffen begann Petr Malovec, der die Festung um Aussenbefestigung mit Wassergraben und Wallmauer mit Bastionen erweitert hatte. An diesem Fortifikationssystem dürfte der bedeutende Königsbaumeister Benedikt Rejt z Pístova teilnehmen. 1547 hatte sich Petr Malovec in Aufstand gegen den König Ferdinand I. eingegliedert und dessen Vermögen wurde beschlagnahmt.
Dank der Ferdinands Gunst erwarb 1548 das Březnice Vermögen Jiřík z Lokšan, der in Hofdiensten als Sekretär, Vizekanzler, Hofrat und Reichshauptmann tätig war. Unter Verwaltung gebildeten Jiříks von Lokšany kommt es zu bedeutendster Verwandlung des Schlosses sowie der Stadt. Gemeinsam mit der Ehefrau Kateřina, geb. Adler, beriefen sie nach Březnice italienische Baumeister und das Mittelalterobjekt hat sich dispositionsgemäss in einen bequemen Renaissancesitz geändert. Die Fassaden der Paläste wurden mit Sgraffitoputz mit Briefmotiven versehen, die bei uns zu ältesten gehören. Von prächtiger Ausstattung des Sitzes Lokšany zeugt die erhaltene Bibliothek mit Wandgemälden und zeitgemässen Bücherschränken vom Jahre 1558. Die Familie Lokšany unterhielten knappe Beziehungen mit dem Hof.. Mit Březnice ist auch die bekannte Geschichte der Liebe und Ehe von Filipína Welser und Erzherzog Ferdinand Tiroler verbunden.
Nach der Schlacht auf dem Weissberg (1621) wurden das Lokšanys Vermögeb beschlagnahmt und Přibík Jeníšek von Újezd wurde 1623 ein neuer Inhaber der Herrschaft. Der nahm (1622) an Prozess gegen die Haupträpresentanten am gegenhabsburgischen Aufstand als Königsprokurator teil. Er eröffnete eine weitere bedeutende Etappe in der Entwicklung der Herrschaft und Stadt von Březnice. Im Rahmen der Rekatholisation brachte er Jesuiten in die Stadt, die das Jesuitenkollegium und die Kirche St. Ignatius und Franz Xavier in den Jahren 1642 – 1650 gegründet hatten. Beide diese Bauten und zugleich die Schlosskapelle von den Jahren 1625 - 1632 wurden von italienischen Architekten und Baumeistern – die Brüder Carlo und Martin Lurago entworfen.
Nach Aussterben der Familie Jeníšek z Újezda im Jahre 1728 überging Březnice an die Familie Krakovský von Kolowrat. Die bedeutendsten Räpresentanten dieses Geschlechtes, Josef Maria Krakovský von Kolowrat und sein Sohn Hanuš Krakovský von Kolovrat, waren grosse Patrioten zur Zeit der tschechischen nationalen Wiedergeburt und bekannte Mäzene, bis 1872 führten sie am Sitz Březnice nur Teilumbauten durch, es wurden Innenräume renoviert, die um wertvolle Sammlungen bereichert worden sind.
Durch Abreissen einiger Gebäude, Anbau der Wand mit Bastion und Neorenaissance-Sgraffitoputz hatten dem Schloss, Innenräumen sowie Sammlungen die Endform die letzten privaten Inhaber von Březnice – die Familie Palffy von Erdöd geprägt, der 1945 das Vermögen aufgrund des Dekrets des Präsidenten der Republik Nr. 12/45 vom 21.Juni 1945 beschlagnahmt wurde.







